Mittwoch, 30. Mai 2007

Napola - Klischee für die Massen

Wer einen wirklich komischen Film sehen will, sollte sich Napola anschauen.
Es passiert recht wenig, oder zumindest nichts Interessantes, die Charaktere sind äußerst eindimensional und die Inszenierung nicht gerade selten unfreiwillig komisch.
Wie kommt das? Naja, das Setting (3. Reich) ist doch denkbar ungünstig, um eine "Erwachsenwerdgeschichte" a la Club der toten Dichter zu erzählen, die noch dazu auf einer Nazieliteschule spielt.
Hinzu kommt noch (und hier wird's dann komisch), dass man auch denken könnte, es handle sich bei der Beziehung zwischen den zwei Hauptdarstellern, um eine homoerotische. Das an sich wäre nicht komisch, ist aber nicht beabsichtigt. Aber Licht und und Szenen lassen ständig an eine verzweifelte Liebesgeschichte erinnern. Frisuren und Körper tuen ihr übriges. Und das nicht erklären der Charaktere und ihrer Beziehung ist auch nicht gerade hilfreich. So ist Napola ein Film voller unbeabsichtigter Andeutungen, der lächlich wirkt und den man nicht erstnehmen kann und auch nicht sollte.
Ein Beispiel sei genannt:
Friedrich und Albrecht brechen auf, um heimlich durch ein Fenster ein Mädchen beim Ausziehen zu beobachten. Gegenseitig helfen sie sich (per Räuberleiter) damit sie nacheinander durch das hoch liegende Fenster sehen können. Danach, behaupten beide nichts gesehen zu haben, obwohl dies nicht der Fall war. Zurück in ihrer Stube liegen noch beide breit grinsend in ihren Betten und schauen sich an.
Albrecht: Woran hast du denn gemerkt, dass sie da war? (Albrecht hatte zuerst durchs Fenster gesehen.)
Friedrich: Du hast auf einmal aufgehört zu Atmen.











Aufgehört zu Atmen... Ach so.









PS.: Übrigens: Das traurige Schicksal von Nazijungen ist mir egal.

Samstag, 26. Mai 2007

Apocalypto



Noch tönt die Abspannmusik von Mel Gibsons Apocalypto, einem äußerst beeindruckenden Film und wieder ärgere ich mich, einen Film im Kino verpasst zu haben. Höchstwahrscheinlich werde ich nie wieder den Einzug in eine Maya-Metropole erleben oder die furiosen Verfolgungsjagden durch Jungle und Wasser, denn die gibt es jetzt schon und wahrscheinlich perfekt umgesetzt.
Keine Ahnung wie es um die historische Genauigkeit bestellt ist, aber die einfache Geschichte (Mann rettet seine Frau und seine Kinder nachdem er in Gefangenschaft geraten ist) zieht auch zu Mayazeiten und weiß um so mehr zu bestechen, denn trotz Untertitelungen und digitaler Bildästetik fesselt der Film durch eine detaillierte Austattung, Maske und eine packende Dramaturgie. Und ja, auch die Darsteller sind spitze.
Sicherlich darf man sich auch an Breaveheart erinnert fühlen, was Gewalt und die Stilisierung des Helden angeht.
Ach, wäre Mel Gibson nicht so ein Penner...man könnte den Film sogar richtig gut finden, aber so bleibt ein ungutes Gefühl und noch mehr Ärger auf Mel Gibson, denn hier hat er einen wirklich tollen Film verbrochen.

Mittwoch, 9. Mai 2007

Krankes Geld

Wie wäre es, wenn das Geld in unseren Händen einfach zerfallen würde wie Sand. Oh, ist ja schon mal passiert. Was wäre, wenn das Geld krank wäre? Wenn niemand mehr etwas kaufen könnte? Was würde wohl passieren?