Donnerstag, 5. Februar 2009

Der fremde Sohn, Gran Torino










Im Jahr 2008 drehte Clint Eastwood gleich zwei Filme: Der eine "Der fremde Sohn" ist bei uns im Kino angelaufen und mischt auch bei den Oscar-Verleihungen mit, der andere "Gran Torino" startet bei uns im März.
"Der fremde Sohn" erzählt zum einen die Geschichte einer allein erziehenden Frau, deren Sohn entführt wird, ihren Kampf gegen das Los Angeles Police Department und die Suche nach einem Serienmörder. Das ist sehr viel für einen Film, aber mit 140min hat und lässt sich Eastwood gewohnt genügend Zeit.
"Der fremde Sohn", ist ein spannender, ein guter Film, der zum Glück Angelina Jolies Rolle der Mutter nur als Ausgangspunkt nimmt und sie nicht zum Mittelpunkt macht. Stars des Films sind die Kinderdarsteller und Michael Kelly als rechtschaffender Polizist. Sie machen, neben den tollen Bildern und der außergewöhnlichen Dramaturgie diese Geschichte glaubhaft. Immer wieder schwenkt der Film zwischen "großer Geschichte" und "persönlichen Drama" und genau das ist es, was auch Eastwoods letzte Filme ausgezeinet hat. Sich nicht festzulegen, an der Ordnung zu rütteln, aber Ende doch "finale justice" zu präsentieren...und das geht nie ohne Leichen von statten.

Gran Torino ist ein Autotyp der Firma Ford aus den Jahren 1972-76 und damit ein Auto dessen Produktion genau auf das Ende des Vietnamkriegs fällt... Clint Eastwood spielt einen Koreakrieg-Veteranen, der soeben seine Frau beerdigt hat und mit seiner Familie und seiner Umgebung wening anfangen kann. Er ist ein Rassist und Reaktionär und ein durch und durch uneinsichtiger Mensch, bis er eines Tages den Sohn seiner asiatischen Nachbarn vor einer Gang beschützt.
Gran Torino ist allein deswegen ein großartiger Film, weil man viele von den früheren Gesichtern des Clint Eastwood zu sehen bekommt (namenlose finster Fremde, Dirty Harrty) und das macht einfach Spass. Vorallem, weil man jetzt wie früher nicht weiß, ob man darüber eigentlich lachen sollte. Clint Eastwoods Rolle des Walt Kowalski bleibt bis zum Finale uneinsichtig, auch wenn sein Herz durch seine Nachbar erweicht wird und er auch amüsantes zu bieten hat.
Eastwood leistet mal wieder großes für das amerikanische Kino. Zeigt Tolleranz und Miteinander unverkrapft und spendet Hoffnung. Vielleicht ist Obamas Wahlsieg ein Grund warum Gran Torino, der eigentlich ein kleiner, unspekatakulerer Film ist, bis jetzt schon über 100 Millionen Dollar an den Us Kinokassen eingespielt hat. Vielleicht sucht das Publikum danach, den alten amerikanuschen Patrioten abtreten zu lassen und den amerikanisch Traum eines Autos einfach zu verschenken? Vielleicht ist aber der Film auch schon längst überholt und zeigt uns nur den Blick eines alten Mannes auf unsere Welt...in die er nicht mehr gehört, in der er aber immernoch für die "alten" Werte steht: Final justice.

Beide Filme sind äußerst sehenswert, wenn auch irgendwie charmant altbacken. (Das mag am Regisseur liegen.) Eastwood hat es als Regisseur geschafft großer Geschichten zu erzählen, ohne die Menschen aus den Augen zu lassen und noch dazu eine Botschaft zu vermitteln...und damit erfolgreich zu sein...damit macht er äußerst gutes amerikanisches Kino.

Sonntag, 1. Februar 2009

OSCAR


The Wrestler, Der Vorleser, Zeiten des Aufruhrs, Slumdog Millionär











Diese vier Filme sind wohl die Oscar-Favoriten und sie sind gut...
Überraschend gut ist vor allem Der Vorleser geworden.

Der Vorleser ist eines meiner Lieblingsbücher und man muss wirklich sasgen, dass der Film extrem gelungen ist.
David Kross (der vor kurzem noch den unsäglich schlechten Krabat gegeben hatte) spielt einen Jungen Michael, der im Nachkriegsdeutschland von einer älteren Frau (Hanna)verführt wird. Zwischen den beiden entsteht eine Beziehung, die auf Vorlesen und Sex beruht. Nach dem abrupten Ende der Beziehung begegnet Daniel Hanna während des Jurastudiums wieder. Sie ist als ehemalige Aufseherin eines KZs angeklagt.
Zeichnet sich das Buch besonders durch das reflektierte berichten des Erzählers aus, so kommt der Film vollkommen ohne Erzählerstimme aus und schafft es trotzdem den schwierigen Konflikt Michaels, der ihn sein ganzes Leben begleitet, gänzlich in Bilder zu übersetzen.

Zeiten des Aufruhrs
Ein Paar versucht aus den gesellschaftlichen Konventionen der USA der 1950er Jahre auszurechen und schafft es nicht einmal aus dem Vorgarten.
Ein grandioser Film über Rollenfindung bei Mann und Frau, über das "Anders-Sein" und den Versuch eines Ausbruchs aus der Sicherheit.
Vor allem Cate Winslets Figur April trägt die schwere Last der bürgerlichen Gesellschaft auf ihren Schultern und überzeugt durch Stärke und Konsequenz. Winslet sollte für diese Leistung den Oscar erhalten.










The Wrestler

Der gealterte Wrestler Randy versucht nach einem Herzanfall ein neues Leben anzufangen.
The Wrestler ist wohl der optisch schlichteste Film von Darren Aronovsky. Das heißt aber nicht, das die Bilder nicht weniger beeindruckend, gewalttätig und traurig sind, als bei seinen andere Filmen. Vor allem durch Mickey Rourkes abgewracktes und entstelltes Äußere gewinnt der Film schnell an Überzeugungskraft und bleibt konsequent bis zur letzten Minute. Der wirklich einzige, aber leider gravierende Negativpunkt, ist die Darstellung von Randys Tochter. Sie ist unglaubwürdig und die ganze Geschichte um sie ein einziges überzogenes Klischee.

Slumdog Millionär

WOW, was für ein Film. Die Lebensgeschichte zweier Brüder aus einem indischen Slum.
ANSCHAUEN!!!

Twilight, Operation Walküre










Twilight

Jugendbuchverfilmung die sich um ein Mädchen dreht, dass sich in einen "vegetarischen" Vampir verliebt.
Intensiv ist das Wort, dass diesen Film am besten beschreibt. Regisseurin Catherine Hardwicke hat aus dieser Geschichte das beste gemacht. Es ist fast unmöglich, die Anziehungskraft die zwischen den beiden Protagonisten entsteht nicht zu spüren. Diese Intensität trägt den ganzen Film durch Drama und Action und all das was wohl einen guten Film für Teenager ausmacht.
Prickelnde Liebesgeschichte für Teenager...(leider) mit Vampiren...

Operation Walküre

Gut inszenierter und spannender Thriller, der viel Angst zeigt, aber wenig Mut.
Wenn Stauffenberg mutig gewesen wäre, hätte er sich neben Hitler gestellt und gezündet.
Wenn Bryan Singer mutig gewesen wäre, hätte er Staufenberg mehr monströses geben können, als nur drei Finger.
Brian Singer schafft es immer seinen Figuren Tiefe zu geben, aber eben wie das ein gutes Comic schafft.
Operation Walküre fehlt allerdings der Held...
Bomben bauen, Waffen klauen, Nazis auf die Fresse hauen!