Bring Her Back


Oft kritisiere ich an Filmen ihre Inkonsequenz – dass Erzählweise und Inszenierung dem eigentlichen Thema nicht gerecht werden, zu weichgespült und glatt daherkommen. So viel vorweg: Das ist bei Bring Her Back ganz und gar nicht der Fall.

Warnung: Ähnlich wie Midsommar ist Bring Her Back kein Film, den man unvorbereitet schauen sollte. Er enthält zutiefst verstörende Szenen und überschreitet in seiner Darstellung körperlicher Brutalität deutliche Grenzen.

Nach dem Tod ihres Vaters müssen der fast 18-jährige Bruder und seine jüngere, blinde Schwester zu einer Pflegemutter ziehen. Die ehemalige Sozialarbeiterin, die Jahre zuvor selbst ihre Tochter verloren hat, scheint zunächst die ideale Bezugsperson zu sein. Doch bald wird deutlich, dass sie eigene, unheilvolle Absichten verfolgt.
Was der Film an Machtspielen, psychologischer Manipulation, Schmerz und Gewalt entfesselt, ist kaum auszuhalten. Er bedient sich zahlreicher Motive des Horrors, die stets im zutiefst persönlichen Drama wurzeln. Trotz – oder gerade wegen – seiner stellenweise kaum fassbaren Handlung bleibt man gefesselt: von der präzisen Dramaturgie, der dichten Atmosphäre und dem vielschichtigen, intensiven Spiel der Darsteller.
Es ist erschütternd, was hier gezeigt wird. Unglaublich – und doch in sich schlüssig. Der Film zeichnet das Bild eines unermesslichen Schmerzes, der eine Tür öffnet, durch die wir weder gehen noch blicken wollen. Bring Her Back spielt genau hinter dieser Tür – und blickt in einen schmerzhaften, abgründigen Raum.

Ein schockierendes Horrordrama über Vertrauen und Verlust – und über den grausamen, verzweifelten Versuch, den Tod zu überwinden.

Originaltitel: Bring Her Back
Erscheinungsjahr: 2025
Laufzeit: 99 Minuten
Bild© Sony Pictures