Mittwoch, 14. Februar 2007

Rocky Balboa (6)

Im neuen und letzten Rocky-Teil geht es in zwei dritteln des Films eigentlich nicht ums Boxen und das ist auch gut so. Dazu aber später mehr.
Im Grunde erinnert mich der sechste Rocky-Film total an den ersten. Der Aufbau ist ähnlich und es gibt ne Menge Szenenanalogien, (z. B. einen Kuss im Unterhemd im Türrahmen) und auch Rückblenden. Auch Rocky ist zu einem ehr rückwärts gewandten Menschen geworden. Er führt ein kleines italienisches Restaurant mit mexikanischen Köchen, in dem er den Gästen alte Boxgeschichten erzählt. Er lebt immer noch in seinem Viertel, dass aber jetzt noch heruntergekommener scheint. Aber was wohl am tragischsten ist und auch die Geschichte bestimmt, ist, dass Adrian gestorben ist. Und so beginnt und endet der Film an Adrians Grab.
Rocky ist allein, sein Sohn will nur noch ungern etwas mit seinem berühmten Vater zu tun haben und Pauli ist von Rockys Hängen an der Vergangenheit angenervt. Also geht es für Rocky wieder darum sich selbst zu finden, (oder es sich zu beweisen). Was würde sich dazu mehr eigenen, als wieder zu boxen. Doch selbst seine Boxlizenz, will man ihm anfangs verweigern. Natürlich kommt es trotzdem zum großen Kampf gegen den ungeschlagenen, jungen Schwergewichtsweltmeister Mason Dixon. Dixon ist, wie das Schwergewichtsboxen unbeliebt geworden, denn es gibt keine guten Boxer mehr und so auch keine guten Kämpfe. Alles dreht sich ums Geld, da kommen die Boxabsichten des Boxers mit Herz, natürlich genau zum richtigen Zeitpunkt.
Rocky Balboa ist ein guter Film. Es ist wichtig das zu sagen, denn sechste Teile sind meistens nicht wirklich besser als fünfte, vierte, dritte usw. Dieser schon. Es gibt wirklich viele Charaktere auf die eingegangen wird und eine gute Geschichte (natürlich eine Verlierergeschichte) die erzählt wird. Außerdem hat sich eins nicht geändert: Man mag Rocky einfach und freut man sich im ersten Teil über sein errungenes Liebes- und Boxerglück, so leidet man hier mit ihm. Diesem einfach Typen mit dem Herz am richtigen Fleck, (ich weiß, ich wiederhole mich).
Doch der Film hat genau zwei Schwäche: eine schlechte Trainingssequenz und einen wirklich ärgerlich montierten Schlusskampf, der wohl allein vom allgegenwärtigen Sponsor HBO geschnitten und inszeniert wurde. Aber die Boxkämpfe waren ja in allen Rockyfilmen eh immer ehr schlecht, zumindest was das boxerische angeht (Rocky ist wohl der einzigste Schwergewichtsboxer, der noch nie was von Deckung gehört hat.
Aber darum geht es ja auch nicht bei Rocky.